Die Preisrichtervereinigung (PV) Rheinland wurde 1921 gegründet und zählt damit zu den ältesten PVen innerhalb des Verbandes Deutscher Rassegeflügel-Preisrichter (VDRP). Gleichzeitig ist sie eingebunden in den Landesverband Rheinischer Rassegeflügelzüchter e. V. als einer seiner Fachverbände.

 

Analog zur Mitgliederzahl des Landesverbandes Rheinischer Rassegeflügelzüchter zählt auch die PV Rheinland zu den kleineren PVen innerhalb des VDRP. Trotz allgemein abnehmender Mitgliederzahlen ist es in der PV Rheinland bisher stets gelungen, ihre personelle Stärke im 40er Bereich in etwa konstant zu halten. Im Jahr 2018 zählt die PV Rheinland 40 Mitglieder, die als Preisrichter für Rasse- und Ziergeflügel tätig sind. Hinzu kommen vier Kollegen, die altersbedingt nicht mehr aktiv sind, sowie sechs Preisrichter-Anwärter in der Ausbildung.


Die PV Rheinland wurde seit 1946 von den 1. Vorsitzenden E. Ruthmann (1946-1949), A. Becker (1949-1962), H. Lauter (1962-1972), W: Freitag (1972-1985), E: Meckenstock (1985-1991), D. Seinsche (1991-2012) und W. Kämmerling (seit 2012) geführt. Rückblickend hat die PV Rheinland immer wieder Persönlichkeiten hervorgebracht, die sich für die Entwicklung der Rassegeflügelzucht national und international besondere Verdienste erworben haben. Stellvertretend seien hier die ehemaligen Vorsitzenden des Bundeszuchtausschuss (BZA) Friedrich Regenstein und Ernst Meckenstock angeführt.

 

Grundlegende Aufgabe der PV Rheinland ist es sicherzustellen, dass die etwa 65 lokalen Ausstellungen von Rasse- und Ziergeflügel im Bereich des rheinischen Landesverbandes eine termin- und fachgerechte Bewertung erhalten. Dabei wird von den Kolleginnen und Kollegen ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft und Zuverlässigkeit erwartet. Mit ihren Aufgaben stellen sie eine wesentliche Stütze der hobbymäßigen und nach ideellen Gesichtspunkten ausgerichteten Zucht des Rasse- und Ziergeflügels dar.

 

Um zu gewährleisten, dass die Preisrichter all diese Anforderungen jederzeit erfüllen können, steht ihre Aus- und Weiterbildung ständig ganz oben auf der Agenda. Da die Bewertung von Rasse- und Ziergeflügel keineswegs eine statische, also dauerhaft auf feststehende Standards ausgerichtete Größe darstellt, sondern durch Standardänderungen sowie die Aufnahme neuer Rassen laufenden Veränderungen unterworfen ist, muss auch die PV Rheinland dafür Sorge tragen, dass ihre Mitglieder in ihrem Wissenstand ständig diesen Veränderungen angepasst werden. Dabei wird in Vorträgen und Schulungen der jeweils aktuelle Zuchtstand von Rassen, Farbenschlägen und Arten vermittelt. Darüber hinaus werden alle Preisrichter dazu angehalten sich im Eigenstudium auf großen Ausstellungen und aus der Fachpresse weiterzubilden, damit sie jederzeit ein korrektes und zuchtstandsbezogenes Urteil bei Bewertungen abgeben können.

 

Einen besonderen Stellenwert haben in den letzten Jahrzehnten Gesichtspunkte des Tierschutzes erlangt. Dabei stehen eine Reihe von Merkmalen besonders im Fokus, die das Wohlbefinden oder gar die Lebensfunktionen des Tieres nachhaltig beeinträchtigen können. Es gehört deshalb auch zu den Aufgaben jeden Preisrichters, darüber zu wachen, dass züchterische Übertreibungen bestimmter Rassemerkmale nicht ausufern. Aus diesem Grunde hat mittlerweile die Thematik der „Übertypisierungen“ bestimmter Rassemerkmale bei der Aus- und Weiterbildung der Kolleginnen und Kollegen hohe Priorität erlangt.

 

Dementsprechend wird auch der Ausbildung neuer Preisrichter besonderer Wert beigemessen. Das beginnt mit der gezielten Werbung von Interessenten für das Ehrenamt des Preisrichters. Dass damit soziale Kompetenz und Vorbildfunktion dauerhafte Grundvoraussetzungen darstellen, wird bereits dem Anwärter deutlich gemacht. Während der mehrjährigen Ausbildung wird in Schulungen Grundlagenwissen über die Bewertungstechnik und die Rassenkunde vermittelt. Dazu gehören weiter zielgerichtete Schreib- und Probearbeiten, um Erfahrungen zur praktischen Bewertungsarbeit sammeln zu können. Auch hier wird vom Anwärter ein hohes Maß an Eigeninitiative hinsichtlich seiner Weiterbildung erwartet. Nach Abschluss der Prüfung sind die neuen Preisrichter-Kollegen dazu angehalten, dass sie sich den sogenannten Erweiterungsausbildungen stellen, da mit der ersten Prüfung zunächst nur ein Bruchteil der vielfältigen Arten und Sparten des Rasse- und Ziergeflügels für ihre Bewertungsarbeit zugelassen ist. Der Einsatz als Preisrichter auf örtlichen Schauen mit ihrer Rassenvielfalt in jeweils kleinen Stückzahlen, wird also wesentlich von dem Umfang der zur Bewertung zugelassenen Rassegeflügel-Gruppen des Preisrichters abhängen. Und dazu wurde er ja vorrangig ausgebildet.

 

Die Zukunft der Rasse- und Ziergeflügelzucht im Rheinland wird heute mehr denn je auch von gut ausgebildeten Preisrichtern der rheinischen PV mitbestimmt. Dessen ist sich ihr Vorstand bewusst und stellt sich mit seinen Tätigkeitsmerkmalen stets aktuell dieser Verantwortung.